Für viele Jugendliche ist es schwer, die aktuelle Lage ernst zu nehmen. Man sieht Corona nicht, noch sind die Erkrankten nicht im familiären Umkreis, noch ist keiner, den sie kennen, daran gestorben.
Die offiziellen Hinweise betonen, dass der Virus für diese Altersgruppe im Allgemeinen ungefährlich ist.
Dennoch ist es wichtig, dass Ihr/Euer Kind sich an folgende Regeln hält:
- Ihr/Euer Kind soll sich über die aktuellen Erlasse und Vorschriften in seinem jeweiligen Bundesland informieren.
Zum Beispiel über die Regeln, wie viele Personen bei einander stehen dürfen und wo man sich aufhalten darf. - Ihr/Euer Kind muss sich nach dem nach Hause kommen sofort die Hände waschen.
- Es darf keine Personen mitbringen.
- Ihr/Euer Kind muss die Husten- und Nies-Etikette einhalten.
- Ihr/Euer Kind muss Ihre/Eure Taburäume in der Wohnung respektieren – Räume, in die Sie sich/Ihr Euch als Eltern zurückziehen könnt, um aufzutanken.
(Das gilt auch für Eltern ¬– der Raum des Jugendlichen wird, so gewünscht, nicht betreten) - Gemeinsam soll eine feste Uhrzeit für eine gemeinsame Mahlzeit festgelegt werden.
- Gemeinsam wird festgelegt, wann für die Schule gearbeitet wird.
Hier kann es sein, dass es bei manchen Jugendlichen gut ist, dies von ihnen flexibel gestalten zu lassen. - Ihr/Euer Kind darf aufgrund der aktuell schwierigeren Einkaufsbedingungen nicht wie sonst Lebensmittel nehmen. Es hilft, ein Fach mit zugeteilten Dingen einzurichten, die außerhalb der Mahlzeiten gegessen werden können, zum Beispiel: Cornflakes, Schokolade, Müsliriegel…
Auch die Jugendlichen haben im Moment eine Menge zu verarbeiten. Die Unsicherheit einer völlig neuen Situation, eventuell die wirtschaftliche Unsicherheit der Eltern, die Erfahrung einer Situation, auf die auch die Politik nicht vorbereitet ist, und, und, und. Vor allem aber müssen sie – mitten in der Pubertät – mit der Einschränkung ihres Bewegungsradius und ihres sozialen Alltags zu recht kommen. Im Gegenzug zu den ganzen Regeln, den Bestimmungen und dem Zwang, könnten Sie als Eltern, könntet Ihr als Eltern auf viele der üblichen Konfliktpunkte zwischen Ihrem/Eurem Kind und sich/Euch verzichten. Als Entgegenkommen gäbe es die Möglichkeit, das pubertierende Kind ausschlafen lassen, die Medienzeit weniger zu begrenzen und das Schulthema nicht mehr als zweimal am Tag zu erwähnen.
Ich wünsche Euch einen langen Atem!
Zeichnung von Gabriele Niemann